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Review

Das Opernglas: CD Review – SPIRITO

Seit nunmehr zehn Jahren, seit ihrem Salzburger Debüt als Anaï in einer Neuinszenierung von Rossinis »Moïse et Pharaon« 2009, zählt die Sopranistin Marina Rebeka zu den Großen ihres Fachs. (…) Der kraftvolle Sopran der Marina Rebeka hat hier herrliche Möglichkeiten der Entfaltung. (…) Das ist ihr gelungen, sehr gut sogar!

CD-NEWS

 

Dezember 2018

 

Seit nunmehr zehn Jahren, seit ihrem Salzburger Debüt als Anaï in einer Neuinszenierung von Rossinis »Moïse et Pharaon« 2009, zählt die Sopranistin Marina Rebeka zu den Großen ihres Fachs. In den bedeutenden Opernhäusern der Welt ist sie seither ein gern gesehener Gast. Die 1980 in Riga geborene Sängerin war von den Bedingungen, unter denen Künstler von großen Plattenfirmen unter Vertrag genommen werden, enttäuscht und hat ihr eigenes Label gegründet: Prima Classics. Dort hat sie jetzt ein Album mit dem Titel „Spirito” herausgegeben. Und da sie gern ganze Szenen präsentieren möchte, hat sie auch vier weitere Sänger und Sängerinnen, Orchester und Chor des Teatro Massimo di Palermo und den Dirigenten Jader Bignamini für diese Produktion verpflichtet. Das hat Marina Rebeka die Möglichkeit verschafft, das Programm ihrer neuen CD ganz nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. 

Sie hat sich für Szenen aus »Norma« und »Il Pirata« von Vincenzo Bellini, den beiden Opern über hingerichtete Königinnen, »Maria Stuarda« und »Anna Bolena« von Gaetano Donizetti, und die in französischer Sprache geschriebene »La Vestale« von Gaspare Spontini entschieden. Der kraftvolle Sopran der Marina Rebeka hat hier herrliche Möglichkeiten der Entfaltung. Der leicht metallische Schimmer ihrer Stimme gibt ihrem Gesang eine herbe Note. Ihr Tremolo ist vielleicht nicht gerade ideal in der berühmten „Casta Diva” aus »Norma«, bei den anderen Opern aber, besonders bei den dramatischen Ausbrüchen, kann sie punkten. Es ist sehr lobenswert, dass sie sich nicht auf Arien beschränkt, sondern diese im Zusammenhang einer Szene bringt und so den jeweiligen Charakter einer Figur verständlicher macht. Im Beiheft wendet sie sich an ihre Hörer und sagt: „Als Sängerin wird mir sowohl die Ehre als auch die Verantwortung zuteil, Ihre Herzen anz unsprechen und Ihre Emotionen zu bewegen.” Das ist ihr gelungen, sehr gut sogar!