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Interview

„Eigentlich ist es mein Debüt“ 

Lange dauert das Glück nicht an über den Dächern von Paris, wo der Dichter Rodolfo, der Maler Marcello, der Musiker Schaunard und der Philosoph Colline ihr ärmliches Künstlerdasein fristen.

Auch an Weihnachten fehlt es an allem. Es ist kalt. Es ist trostlos. Rodolfo verbrennt sogar seine Manuskripte, um anzuheizen. Und eigentlich ist die Liebe der einzige Hoffnungsschimmer. Rodolfo liebt Mimì, die todkrank ist und am Ende der Oper sterben wird. Was für eine Geschichte! Marina Rebeka wird am 3. Januar 2016 beim Festlichen Opernabend Mimì singen und sein. Die lettische Sopranistin, 35 Jahre jung, hat sich mit uns ausgetauscht und gestanden: “Eigentlich ist das mein Debüt” – mit Puccini natürlich, denn sonst singt Rebeka auf der ganzen Welt.

Frau Rebeka, was ist für Sie das Faszinierendste an Puccinis “La Bohème”? 

Marina Rebeka: Es ist eines der bekanntesten und berührendsten Meisterwerke der Operngeschichte. Es ist eine große Freude, das auf der Bühne zu singen. Ich liebe diese Musik, und die Persönlichkeit der Mimì steht mit sehr nah, sie entspricht mir mit ganzem Herzen und ganzer Seele.

Was fasziniert Sie an ihr und der Geschichte? 

Rebeka: Mich fasziniert die Ehrlichkeit und Einfachheit dieser Frau, aber auch die großartige Musik im zweiten und das Dramatische des dritten Akts. Das sind große Gefühle und viel Herz, die Puccini hier in seine Musik gelegt hat.

In welchem Alter haben Sie das zum ersten Mal gesungen? 

Rebeka: Letztes Jahr. Das war 2014. Aber konzertant. Ich war 34 Jahre alt. Ich habe an Puccini sonst nur einmal an der Met die Kokotte Musetta gesungen, sonst aber viel Bel Canto, Mozart und Verdi und auch Barock. Aber eine große Puccini-Partie? Niemals auf der Bühne. Also eigentlich ist das mein Debüt. Das fasziniert mich sehr.