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Interview

APA: SPIRITO – PRIMA CLASSIC

Die Sopranistin Marina Rebeka hat ihr eigenes Plattenlabel gegründet. Unter "Prima Classic" sollen künftig hochqualitative Aufnahmen veröffentlicht werden. "Ich bin im Moment wohl die einzige Sängerin mit eigenem Label", sagte sie der APA. Den Auftakt macht sie gleich selbst: Auf "Spirito"finden sich neu interpretierte Bel-Canto-Stücke der Sängerin.

Sopranistin Marina Rebeka gründete eigenes Label

“Prima Classic” konzentriert sich auf Qualität – Auftakt mit eigenem Bel-Canto-Album – Als Mimi in “La Boheme” in der Wiener Staatsoper

Wien (APA) – Die Sopranistin Marina Rebeka hat ihr eigenes Plattenlabel gegründet. Unter “Prima Classic” sollen künftig hochqualitative Aufnahmen veröffentlicht werden. “Ich bin im Moment wohl die einzige Sängerin mit eigenem Label”, sagte sie der APA. Den Auftakt macht sie gleich selbst: Auf “Spirito”finden sich neu interpretierte Bel-Canto-Stücke der Sängerin.
Der Grund, gemeinsam mit ihrem Mann – der praktischerweise Tontechniker ist – “Prima Classic” zu gründen, war die Unzufriedenheit mit dem Musikbetrieb. “Ich habe in meiner jahrelangen Erfahrung mit großen Labels leider viel erlebt, das nicht okay war. Immer muss alles schnell gehen, denn Zeit ist Geld”, sagte Rebeka. Der Künstler sei in die Produktion meistens auch kaum eingebunden und habe nur wenig Mitspracherecht etwa bei der Auswahl der Musiker.
Bei “Prima Classic” soll das anders laufen. Auf dem Label sollen nur wenige, aber dafür aufwendig produzierte und gestaltete Alben erscheinen. “Es werden nicht nur Alben von mir sein, sondern auch von Kollegen, die großartige Künstler mit tollen Karrieren sind, die von den Labels aber bisher nicht beachtet wurden”, sagte Rebeka. Vorstellbar ist auch, dass ganze Opern aufgenommen werden.
Den Auftakt macht Rebeka aber dennoch selbst. Auf ihrem dritten Soloalbum “Spirito” widmet sich die Sopranistin ihrer großen Liebe, der Bel-Canto-Musik. “Ich war 13 Jahre alt, als ich das erste Mal Vincenzo Bellinis ‘Norma’ hörte. Diese auf den ersten Blick kleine Episode wurde zu meinem Antrieb, Opernsängerin zu werden”, sagte Rebeka. Bel Canto sind “große Gefühle und eine einzigartige Schönheit”.
Die Arbeit zu “Spirito” begann lange vor den Aufnahmen. “Ich bin um die Welt gereist und habe die Originalautografen der Komponisten studiert”, erzählte Rebeka. Der Tradition folgend hat sie von den Stücken dann ihre eigene Variationen geschrieben. Eingespielt wurden schließlich die anspruchsvollsten und bekanntesten Bel-Canto-Szenen. Neben Belini (Stücke aus “Norma” und “Il Pirata”) finden sich auch Werke von Gaetano Donizetti (“Maria Stuarda” und “Anna Bolena”) sowie von Gaspare Spontini (“La Vestale”) auf der Platte.
Marina Rebeka ist übrigens nicht nur via CD zu hören, sondern auch live zu sehen: Am 23., 26. und 29. November gibt sie an der Wiener Staatsoper die Mimi in “La Boheme” von Giacomo Puccini.